Mir geht es noch immer so wie vielen anderen. So richtig zurück ist man noch nicht. Im Ohr noch immer dieser verdammte Samba-Rhythmus, zu welchem man am Wochenende wahrscheinlich eine Art Hass-Liebe aufgebaut hat. Dieses Wochenende in Worte zu fassen wird keine einfach Aufgabe... eigentlich unmöglich.

Freitag

Damit ich jaaa nichts verpasse, bin ich schon bei der ersten Station, also in Oftringen, in den Car eingestiegen. Wir fuhren pünktlich mit einer Verspätung von etwa 20 Minuten los. Danach hat der Car einen Quetscher nach dem anderen zuhause abgeholt. Also so hat es sich ungefähr angefühlt - von Oftringen fuhren wir über Luzern nach Dübendorf und von dort aus weiter nach Schaffhausen. Dort stieg dann auch der Car-Chauffeur zu, so hab ich das verstanden? In Gsindelfingen nahmen wir noch eine Anhalterin mit, die mit einem Coburg-Schild und einer Fahne (Alkohol) am Strassenrand stand.

Die SMS, dass die Heisoseiety von unserer Gugge bereits in Coburg gelandet ist, haben schon etwas geschmerzt. Aber man probierte dennoch sich die Car-Fahrt schönzusau...reden! Wir haben ja schliesslich uns. Und Christoph hatte Wurst und Brot.

Als man vor lauter Nacht nichts mehr von der Nacht sah, machten wir Pause bei einer Raststätte, wo der Burger-King bereits auf uns wartete. Für viele gab es Burger, für einige etwas Schlaf und andere Quetscher übten sich als Fahnenträger. Ja so ein Burger gibt schon Energie, da kann man plötzlich Bäume ausreissen... oder Bäumchen umpflanzen - zum Glück gab's keine Pferde zu stehlen.

Zurück im Car versuchten die meisten dann doch auch mal etwas Schlaf zu finden. Ich habe überall gesucht, da wir er nirgends! Die Sitze im Car wurden von Radumdrehung zu Radumdrehung unbequemer. Jede Stellungsänderung brachte nur kurzfristige Besserung. Zum Glück ging es aber immer nur noch eine Stunde. Mein Zeitgefühl ist seit dieser Car-Fahrt völlig gestört...

Übermüdet kamen wir mit 2 Stunden Verspätung, also um 4 Uhr früh in Coburg an. Zuerst stieg die Nicht-ganz-so-Heisoseiety aus, da man sich ein Hotel geleistet hat. Und eeeeeendlich durften auch wir von der unteren Schicht aussteigen und unsere Luxus-Suit beziehen:



Oops falsches Bild erwischt, das war eine Not-Unterkunft in Japan. Bei uns sah es so aus:

Samstag

Völlig ausgeschlafen und putzmunter standen wir am Samstag auf, schmissen uns in unsere NQ Klamotten und machten uns auf den Weg zum Frühstück. Dort assen wir kein Frühstück und machten uns weiter auf den Weg zum Schlossplatz um herauszufinden, dass dort nicht der Treffpunkt war und auch der Anhänger weit und breit nicht in Sicht. Unser Führer hat uns Verlorenen zum Glück abgeholt und zum Treffpunkt geführt.



Jetzt waren wir wieder alle beisammen. Ein grosser verrückter Haufen. Nach dem Einspielen, wo wir bereits ein paar Statisten bezirzten (was für ein doofes Wort!... hmm... mal nachforschen... Google sagt: circe ist eine Zauberin der griechischen Mythologie - ja jetzt ist das Wort gar nicht mehr so schlimm, dann lass ich das mal so stehen), machten wir uns auf den Weg zu unserem ersten Auftritt... und natürlich auch zum ersten Caipirinha. Es war eine sehr kleine Bühne und ich war überzeugt, dass wir da nie im Leben Platz haben werden... doch schliesslich heissen wir nicht umsonst "Quetscher".

Interessanterweise wurden wir im Programm unter den "Sambaschulen" aufgelistet. Die "Samba Quetscher" quasi :-)



Es folgten weitere Auftritte und dazwischen hatte man immer etwas Zeit sich auf den nächsten Auftritt vorzubereiten und die Stücke im Kopf nochmals durchzugehen. Also die Zeit dazu hätte man schon gehabt, aber ich glaub nicht, dass es jemand dafür genutzt hat :-). Denn wo Caipi da auch Rinha. (Das wäre jetzt lustig gewesen, wenn ich "Rinha" heissen würde...)





Wir zogen die Zuschauer richtig an, das war toll zu sehen :-)



Ja und dann, dann gab es das, was es noch nie gab. Die Quetscher im Stadtcafe. 85 Nasen in einem Cafe. (Ein Quetscher kommt selten alleine). Und wie bereits von Susii bemerkt: Sekunde 46 - Die Reaktion vom Gast sagt eigentlich alles, was es über diesen Auftritt zu sagen gibt.



Schliesslich war es soweit: Unser Auftritt auf der Hauptbühne! Mit Farbe im Gesicht und guter Laune, etwas überdreht, warteten wir hinter der Bühne auf unseren grossen Auftritt. Uuund Bäcksteitsch gab es doch so einiges zu sehen... Bequem kann das ja unmöglich sein, aber schön anzusehen, war es allemal.



Mit etwas Phantasie stellt in dem Bild oben der Sousi-Trichter ein WC dar... aber das wollen wir ja nicht sehen.



Da standen wir also, auf dieser riesigen Bühne. Ich persönlich habe das Publikum eigentlich gar nicht richtig wahrgenommen. Wir sind so viele und können uns hintereinander verstecken. Dennoch war es eine magische Stimmung und so unglaublich schnell vorbei!



Ja bei soviel Emotionen verdrückt selbst Bruno mal ein Tränlein... oder was, was macht er da?







So hätte es also ausgesehen, wenn ich etwas gesehen hätte. Zum Glück habe ich nichts gesehen.

Nachdem die Instrumente versorgt waren, hääängten wir noch etwas vor dem Hotel Anker herum und daraus resultierte ein "Quetscher sucht den Superstar", wo einige Quetscher unter bewies stellten, dass sie tatsächlich musisch extrem begabt sind... oder auch nicht :-)



Ja es war eine harte Schüürii und eine gnadenlose Aufgabe diese zu überzeugen. Ich finde übrigens den Blick von Beekay gaar nicht hochnäsig :)




Sonntag


Auf dem Weg zum Car wurden wir von Passanten angesprochen "Hey, ihr seit doch Quetscher?"... ja etwa so muss sich wohl ein Star fühlen :-) Ein Autogramm konnten wir ihm leider nicht aufzwingen...

Das Gepäck wurde erst mal pünktlich (:-)) im Car verstaut und wir spielten uns ein. Wir kletterten ein paar Tonleitern rauf und runter. Plötzlich hörte man aus der Ferne ein Krankenwagen herannahen. Irgendjemand begann damit mit der Sirene mitzuspielen und immer mehr machten mit. Wir wurden immer lauter, je näher der Wagen war und als er an uns vorbei war wieder leiser und leiser. Davon war ich total begeistert und so auch die Zuschauer. Sowas ist ziemlich Quetscher-like - einer beginnt und alle machen mit Freude mit :-)

Danach folgte ein weiterer Auftritt auf der Hauptbühne, diesmal nicht mehr mit ganz so vielen Zuschauern, aber die die da waren, haben richtig mitgemacht! Man wollte uns ja gar nicht mehr gehen lassen und so gab es eine erste Zugabe und weil diese zu traurig war, gab es noch eine Zugabe zu der Zugabe :-). Inzwischen weiss ich auch, warum der "Quetscher des Jahres" Titel nicht sooo begehrenswert ist, oder wie hat sich das angefühlt Somsi :-) ?







Und dann kam er, der Umzug! Es war heiss, zu heiss, viel zu heiss für eine unklimatisierte Larve! (Sobald ich die Larve anhatte, verspürte ich den Drang grüne Zettel zu verteilen und in Leute reinzulaufen, kann mir das jemand erklären?) Wie auch immer, also es war wirklich mörderisch und das Spielen unter diesen Bedingungen war eine grosse Herausforderung. Ich wusste bis anhin nicht, dass Rainbow ein Kanon ist? Ich musste mir immer wieder einreden, dass es für die Leute die zuschauen sehr schön aussieht und deshalb tun wir uns das an. Zum Glück übernahm meine Larve das doofe Grinsen und niemand sah mein wirkliches Gesicht darunter! Auch die Erfrischungen zwischendurch haben diese unangenehme Situation nicht wirklich verbessert. Aber wir haben uns durchgekämpft :-). Zwischendurch war ich auch etwas irritiert, da der Lautsprecher uns immer wieder beschrieb mit, "graziösen Bewegungen" und "anmutigen Körper"... wobei ein bisschen geschmeichelt hat es schon oder wen hat er damit gemeint?

Ich glaube das Schlagregister war das einzige, dass einen Grund sah, diesen Umzug zu laufen. Schliesslich hatten sie ja auch ständig die halbnackten Sambistas vor sich her tanzen (die benutzen imfall beim Adidas Trainer nur die Steifen als Bekleidung).





 

Die Rückfahrt war weniger schlimm als die Hinreise. Wir brauchten dafür auch 2 Stunden weniger als bei der Hinfahrt, aber das hat ja was mit der Erdumdrehung zu tun. Grundsätzlich sind wir ja vor allem einmal froh, dass wir überhaupt heimgekommen sind mit diesem Car! Nach dem Wasserschaden habe ich mir dann schon etwas Sorgen gemacht... es wäre ein schreckliches Ende gewesen, im Car zu ertrinken.

So war es aber zum Glück nicht und wir können nun auf ein wunder- wunderschönes Wochenende zurückblicken. Wir haben in verschiedener Form bereits grosse Komplimente erhalten, ich befürchte fast, den Leute gefällt was wir machen :-). Wie gesagt, es war nur ein Versuch, das alles in Worte zu fassen, vieles fehlt. Was wir Beteiligten alle für Erinnerungen und Bilder in unseren Köpfen haben, das ist und bleibt unbeschreiblich.

mia



 

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